Frankreich trauert und ehrt seine Helden — Nizza

Xavier Trudeau
Juillet 17, 2017

Die Verlesung der Namen der Todesopfer trieb zahlreichen Teilnehmern Tränen in die Augen. "Glückwunsch, Präsident Emmanuel Macron!".

Bei dem Terroranschlag am 14. Unter den Opfern waren auch zwei Schülerinnen und eine junge Lehrerin der Berliner Paula-Fürst-Schule. Wehrhaft organisiert die Stadt sodann eine eigene "Truppenparade" aus Polizei, Feuerwehr und Ambulanzdiensten.

Die USA hatten sich im 1914 begonnenen Ersten Weltkrieg lange aus den Kämpfen herausgehalten. Zehntausende waren dabei, den Ort nach dem grossen Feuerwerk zum Nationalfeiertag zu verlassen, als der 19 Tonnen schwere Lastwagen in die Menge raste. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) beanspruchte den Anschlag für sich. Im April war auf den Champs-Élysées ein Polizist getötet worden. Keine Wellen warf die Bemerkung Trumps an die Präsidentengattin Brigitte Macron, sie sei "im Schuss" ("in good shape"). Um 22.34 Uhr, der Zeit des Anschlags, sollte es eine Schweigeminute geben.

Heute Vormittag hatte Macron in Paris auf den Champs-Elysées die traditionelle Militärparade zum Nationalfeiertag abgenommen.

In Frankreich ging es völlig unter - sei es, weil die Staatsräson Trump zum Nationalfeiertag verschonte, sei es, weil die Pariser Galanterie auch nicht immer lupenrein ist. Die Trauerrede hält Macron. Frankreich habe in seiner Geschichte "zuverlässige Verbündete gefunden, Freunde, die uns zu Hilfe geeilt sind", sagte er bei einer - eigentlich nicht üblichen - Ansprache nach der Parade. Selbst die linke Zeitung "Libération" begrüsste Macrons "Versuch, Trump von seinem isolationistischen Kurs abzubringen". "Nichts wird uns jemals trennen".

Am Vorabend hatten in Paris nur einige Dutzend Trump-Gegner gegen die Einladung an den US-Präsidenten protestiert - bedeutend weniger als letzthin in London oder Hamburg. Die Amerikaner kämpften damals an der Seite Frankreichs gegen Deutschland. An der Parade nehmen mehr als 3700 Fußsoldaten und mehr als 200 Fahrzeuge teil. Auch US-Militärs marschierten mit. Ein Foto, das vor einem gemeinsamen Abendessen im Eiffelturm aufgenommen worden war, kommentierte er mit den Worten: "Das Verhältnis zu Frankreich ist so stark wie nie".

Zum französischen Nationalfeiertag gibt es stets eine zünftige Militärparade. Gleich nach dem Beginn donnerten Kampfflugzeuge über die Pariser Prachtstraße.

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